Melaten – Der Kölner Friedhof mit vielen Geschichten

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Wir waren Teil einer Führung über den Kölner Melaten Friedhof. Mit dem einzigartigen und sehr unterhaltsamen Hartmut Kramer von Kölngeflüster.de, ging es also zwei Stunden über den Friedhof, den man als Kind bereits beim Vorbeifahren auf der Aachener Straße schon immer ehrfürchtig ansah. Für uns also ein Erlebnis, nach dem man sich schon eine lange Zeit sehnte.

Die ersten Schritte auf dem Gottesacker

Ja, genau so wird er genannt und mit einer hohen Erwartungshaltung, wessen Grab man pompös sehen könne, ging es dann auch die ersten Schritte über den matschigen Boden. Es regnete, die Regenschirme öffneten sich allmählich bei den anderen Wissbegierigen und eine gewisse Friedhofsstimmung kam auf. Man sah die ersten Gruften und bekam einen ersten Hinweis, in welcher Rangfolge, wer liegen durfte. Dieses altertümliche Denken ist mittlerweile etwas über den Haufen geworfen worden. Man konnte viele neuere Grabstätten zwischen alten entdecken.

Zum Beispiel das Grab von Dirk Bach, der in einem Abzweig des Hauptgangs neben einem Offizier des Militärs begraben liegt. Diesen Platz hatte sich Dirk Bach zu Lebzeiten selbst ausgewählt, er selbst war vom Offiziersmann so beeindruckt, dass er an dieser Stelle beigesetzt werden wolle. Dieser hatte nämlich dafür gesorgt, dass durch seine Art und Weise wie er dem Militär diente, im zweiten Weltkrieg einige Kölner wieder zurück zu ihren Familien kamen.

Kölns Größen – direkt gegenüber

Natürlich kennt man Willy Millowitsch, der aber ein relativ unspektakuläres Grab mit einem großen weißen Grabstein besitzt. Da hätte man eventuell mehr erwartet, für einen so spektakulären Kölner. Ihm Gegenüber liegt Karl Küpper, einer der Karnevalisten die zur Zeit des zweiten Weltkrieges seine Hochzeit erlebten. Er bekam sogar Redeverbot auferlegt, da er gegen den Nationalsozialismus war und der Verächtlichmachung des Deutschen Grußes. Somit ist er unserer Meinung nach, genau so groß wie ein Millowitsch, denn er trotzte dem Nationalsozialismus.

Gruften – Etagenweise Särge

So oder so ähnlich ist es gedacht gewesen. Denn teilweise gibt es Gruftanlagen mit drei Etagen, die von oben begehbar sind. Diese sind entweder in der offenen Bauweise oder in der geschlossenen. Der Unterschied liegt darin, dass die offene Gruft nur mit einem Deckel verschlossen ist. Hingegen ist auf der geschlossenen Gruft bis zu einem Meter Mutterboden.

Spektakulär ist nicht nur die Gruft, in der man durch einen Glasdeckel hinabschauen kann, sondern auch die Gruft die momentan einen Kaufpreis von 4,9 Millionen Euro aufzeigt. Eine dieser Gruften werden gerade umgebaut. Eine Treppe wurde bereits hinein gebaut, so dass man diese einfacher begehen kann. Es werden keine neuen Gruften auf dem Melaten gebaut, man kann nur Bestehende kaufen oder eine Patenschaft übernehmen.

Unser Fazit – der Melaten ist Top!

Wer Lust hat Gruften zu sehen, ein wenig kölsche Geschichte lebhaft erzählt zu bekommen und dabei etwas lernen mag, der ist bei einer solchen Führung definitiv an der richtigen Adresse. Wir empfanden die zwei Stunden lange Führung als zu schnell zu Ende und hätten noch unzählige Stunden zuhören können. So ist der Melaten für uns ein historischer und magischer Ort, den wir definitiv ein weiteres Mal besuchen werden.

6 Gedanken zu “Melaten – Der Kölner Friedhof mit vielen Geschichten

  1. Hallo ihr Lieben,

    ich weiss nicht was ich sagen soll, ihr habt meine Tour sehr schön beschrieben und fühle mich geehrt das diese Führung euch gefallen hat.
    Danke das ich euch führen durfte.
    Viele Grüße
    euer Harry

  2. Eine sehr interessante Tour, die Du da vorstellst. Eine Führung auf einem Friedhof mitzumachen, auf diese Idee wäre ich nie gekommen. Aber Friedhöfe sind auch nicht ganz meine Wunschziele, ich drücke mich immer davor. Dein Beitrag sagt mir aber, das ist ein Fehler.

    LG Manja

  3. Da hast du das richtige Thema für die Halloween-Woche. Ehrlich gesagt, wüsste ich mit 4,9 Millionen besseres anzufangen, als eine Gruft zu kaufen. Aber wenn man sonst schon alles hat?!

  4. Das klingt vielleicht verrückt, aber ich mag die Stimmung auf Friedhöfen (diese Stille, diese Melancholie) und weiß dass es da immer etwas zu entdecken gibt. In Wien ist der Wiener Zentralfriedhof ein Muss für Touristen … diese Tour, die du vorstellst würde ich auch mitmachen. Vielleicht bin ich mal in der Nähe – danke für den Tipp.

    lg
    Verena

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